Oxly Boote

Insektenabwehrmittel. Welche Lotion hilft?

Insektenschutz an Bord

2018 @ Thomas Gade


Boot zwischen Schilf und Seerosen, Lebensraum zahlreicher Insekten, insbesondere Mücken und Stechfliegen, die den Freizeitspaß verderben können.

Mückenalarm

Es gibt kaum etwas Schöneres, als Freizeit auf dem Boot zu verbringen. Ob man sich nun am Wasser auffällt oder auf dem Wasser, beides gehört dazu, also auch gemütliche Grillabende mit anderen Skippern im Hafen.

Allzu oft stellen sich ungebetene Gäste ein, nämlich Insekten, die leicht bekleideten Menschen während der warmen Monate sehr zusetzen können. Dazu gehören vor allem Mücken und am begrünten Ufer auch aggressive Bremsen und Zecken.

Schutz vor ihnen bieten Fliegengitter oder Moskitonetze. Damit kann man gut Öffnungen am Boot verhängen. Aber zum Tragen am Körper kommen beide Möglichkeiten oft nicht infrage. Als Teil der Kleidung bringt es nur etwas, wenn zwischen dem Netz und der Haut ein Abstand ist, der durch die Biss- und Stechwerkzeuge der Insekten nicht überbrückt werden kann. Mit einem Imkerhut, von dessen Krempe ein Moskitonetz herunterhängt, kann man den Kopf und den Hals schützen, aber oft ist diese Ausstattung gar nicht verfügbar und beim gemütlichen Grillen im Freien sehr unbequem.

Dann bleibt oft nur der Griff zu Insektenabwehrmitteln zum Auftragen auf die Haut. Sie enthalten jeweils einen Hauptabwehrstoff und zahlreiche weitere Bestandteile, wie Alkohol und ätherische Öle, die Insekten nicht mögen. Meistens werden sie in Flaschen mit 100 Inhalt verkauft. Die Preise bewegen sich zwischen 2 und 16 €. Früher wurden Insektenschutzmittel meistens wie Bodylotions mit der Hand aufgetragen. Heute wird die Flüssigkeit mit dem Pumpzerstäuber auf die Haut versprüht und anschließend mit der Hand verrieben.


Insektenschutzmittel und Moskitonetze / Fliegengitter

Wirkstoffe

Der Hauptabwehrstoff ist meistens ein chemisches Produkt, wie DEET, Icaridin und Para-Menthan-3,8-Diol (PMD). Ausschließlich auf ätherischen Ölen basierende Mittel bieten nur einen relativ geringen Schutz. Der Anteil des hauptsächlichen Wirkstoffs wird oft in % angegeben, wie DEET 50%.

DEET

DEET wird für tropische und südliche Länder empfohlen mit erhöhter Ansteckungsgefahr für durch Mücken übertragene Krankheiten wie Malaria, Dengue und Zikar. In Deutschland enthalten die Insektenabwehrmittel auf DEET Basis 30 - 50%, während in den betreffenden Ländern bis zu 95% DEET enthalten sein können.

DEET kann Kunststoffe und Lack angreifen. Das Spray sollte nicht auf solche Oberflächen gelangen. Auf Booten gibt es reichlich Stoffe, die darunter leiden könn(t)en. Die Persenning über der Plicht (Bootsverdeck / Küchenbude) sowie Kunstfasern an Schwimmwesten und Polsterbezügen sind vor DEET zu schützen. Von Naturfotografen hört man, dass es das Gewebe ihrer Tarnzelte angreift und gummiartige Oberflächen von Kameras weich werden lässt.

DEET kann bei häufiger Anwendung das Nervensystem schädigen!

Icaradin

In Gebieten, die nicht malariagefährdet sind, ist das besser verträgliche und auch sehr wirksame Icaridin vorzuziehen. Es ist Bestandteil vieler Insektenabwehrmittel und hat eine ähnliche Schutzwirkung wie DEET mit geringeren Risiken für die Gesundheit.

PMD ist mit Icaridin vergleichbar, wirkt aber nicht so lange und löst tendenziell häufiger allergische Reaktionen aus.

Schutzwirkung und Dauer

Die Schutzwirkung vieler Insektenmittel wird mit rund acht Stunden für Mücken, sechs Stunden für Fliegen und vier Stunden für Zecken angegeben. Die tatsächliche Zeitdauer ist abhängig von der Wirkstoffkonzentration und vom Schwitzen.

Insektenschutz und Sonnenschutz kombinieren

Werden Insektenschutzmittel gemeinsam mit Sonnenschutzmitteln angewandt, ist zuerst der Sonnenschutz aufzutragen und darauf das Insektenabwehrmittel. Es kann die Wirkung des Sonnenschutzmittels herabsetzen. Nach dem Baden sind die wasserlöslichen Mittel in der gleichen Reihenfolge erneut aufzutragen.


Die Freude an der Freizeit am Wasser kann durch Mücken und andere Insekten rasch vergehen.

Gesundheitliche Risiken

Ebenso können einige Insektenschutzmittel bei häufiger Anwendung die Haut trocken und rissig werden lassen. Rötet sich die Haut nach dem Auftragen eines Insektenschutzmittels und juckt, löst das betreffende Mittel eine allergische Reaktion aus.

Der Sprühnebel aus Sprays darf nicht eingeatmet werden. Das ist leichter gesagt als getan, aber im Freien kann man den Luftzug nutzen, um sich davor zu schützen. Viele Insektenmittel sollten bei Babys und Schwangeren vorsichtshalber nicht angewendet werden, jedoch gelten einige basierend auf Citridol im Allgemeinen als gesundheitlich unbedenklich.

Insektenschutzmittel dürfen nicht auf offenen Hautstellen und auf oder in der Nähe von Schleimhäuten aufgetragen werden. Die Stoffe im Insektenschutzmittel werden teilweise über die Haut vom Körper aufgenommen. Nach der Rückkehr aus einer Insektenzone sollte man die eingeriebene Haut daher vorsorglich abzuwaschen. Wenn Sprays auch für die Kleidung geeignet sind, sprüht man sie darauf und behandelt zusätzlich nur die Haut, die nicht von ihr bedeckt ist.

Kaufempfehlung?

Menschen ziehen Insekten unterschiedlich an. Mücken können eine Person sehr heftig attackieren, während die Person daneben nahezu unbehelligt bleibt. Und ebenso unterscheidet sich die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Insektenschutzmitteln. Daher muss jeder für sich herausfinden, welches Mittel am besten zu ihm passt. Die Rezensionen im Internet können helfen, sind aber auch widersprüchlich und deswegen verwirrend. Besonders die Gerüche der Insektenmittel werden sehr unterschiedlich bewertet.

Für Babys und Schwangere gelten Insektenschutzmittel basierend auf Citridol als gesundheitlich unbedenklich. Wenn sie ausreichend wirken, sollte dieser Personenkreis sich damit schützen.


Ballistol Stichfrei in der Pumpsprühflasche. Insektenabwehrmittel mit Sonnenschutz. Wirkstoff: Icaradin

In Malariagebieten wird meist auf den hochwirksamen Wirkstoff DEET gesetzt, während in Deutschland das im Allgemeinen besser verträgliche Icaradin mit 20% Anteil vorgezogen wird. Wegen der Schadensrisiken von DEET für Materialien auf Booten sind Mittel mit Icaradin oft die bessere Wahl.

Die bekannteste Marke in Deutschland ist Autan, nicht zuletzt wegen der Vielzahl seiner Produkte und günstigen Preise (ca. 4 € pro 100 ml / Wirkstoff meist Icaridin 20% ). Noch billiger geht es mit S-Quito free der Drogeriekette DM (ca 3 € pro 100 ml / Wirkstoff Icaridin 20%).

Spitzenreiter in Tests sind oft Produkte von Anti Brumm, die mit 8 bis 10 € pro 100 ml schon relativ teuer sind. Anti Brumm Forte enthält 30% DEET, während Anti Brumm Classic auf 20% Icaridin basiert und Anti Brumm Naturel Citridol enthält.


Ballistol Stichfrei gibt es nicht nur in der Sprühflasche, sondern für den einmaligen Gebrauch in Form von einzeln verpackten, getränkten Tüchern. Zum Sortiment gehört auch eine spezielle Mischung für Kleinkinder ab 2 Monaten.

Ballistol Stichfrei mit Sonnenschutzfaktor

Im preislichen Mittelfeld liegt Ballistol Stichfrei Insektenspray (ca. 6,80 € / 100 ml). Es enthält 20% Icaridin und schneidet in Tests sehr gut ab. Es gilt als unbedenklich für die Haut und riecht angenehm. Ballistol Stichfrei hat einen besonders praktischen Vorteil, nämlich einen integrierten Lichtschutzfaktor 6 für UV-B Licht. An Sonne gewöhnte Haut ist mit dem Sonnenschutzfaktor vielfach schon ausreichend geschützt. Somit erspart Ballistol Stichfrei den zusätzlichen Schutz mit Sonnencreme. Es gibt spezielle Versionen für Haustiere (Stichfrei Animal) und für Kinder (Stichfrei Kids).

Übrigens ist Ballistol seit langem bekannt für sein Universalöl, das u.a. von Jägern zur Waffenpflege geschätzt ist. Ballistol Stichfrei ist ein eigenständiges Produkt, das nicht auf dem Universalöl basiert.