Oxly Boote

Batterie an Bord aufladen

Ladegerät für Boote und andere saisonal betriebene Fahrzeuge

2016 © Thomas Gade

Auf vielen Booten werden Autobatterien zum Starten der Motoren eingesetzt sowie für Navigationslichter, elektrische Instrumente und andere Verbraucher. Diese Batterien werden von den Lichtmaschinen der Motoren während der Fahrt aufgeladen, doch oft geschieht dies nur im unzureichenden Maße. Warum?

Schwache Batterien durch lange Standzeiten und kurze Ladezeiten

Viele Boote stehen während des Winters an Land und werden üblicherweise nur von April bis Oktober gefahren. Während der langen Pause werden Batterien an Bord nicht geladen. Jedes Jahr beim zu Wasser Bringen der Boote erlebt man, dass einige Freizeitkapitäne mit Startschwierigkeiten kämpfen, die nicht selten auf schwache Batterien zurückzuführen sind. Ist die Stromquelle mangelhaft, wird jeder Schleusengang zur Nervenprobe, weil man den Motor ausstellen muss, um ihn später erneut zu starten. Das Problem der schwachen Batterie kennen auch die Besitzer anderer saisonal genutzter Fahrzeuge, wie Wohnmobile und landwirtschaftliche Fahrzeuge. Lange Standzeiten bei Kälte und ohne Ladevorgänge schwächen die KFZ-Batterie.

Während der Wassersportsaison werden viele Sportboote gar nicht häufig und lange genug gefahren, um die Batterien fit zu halten. Oft fährt man nur zu einer nahe gelegenen Ankerstelle. Macht man das häufiger ohne längere Fahrstrecken zwischendurch, geht die Stromversorgung allmählich in die Knie. Kommt man auf die glorreiche Idee, an heißen Sommertagen vor Anker eine mit strombetriebene Kühlbox laufen zu lassen, kann dies am Ende des Tages richtig Stress verursachen, weil die Starterbatterie zu schwach ist. Um das zu vermeiden, verwendet man gerne für solche Verbraucher Extrabatterien, die aber auch geladen werden müssen.

Dauern die üblichen Fahrten nicht lang genug, damit das bordeigene Ladegerät die Batterien stets voll lädt, sollte man unbedingt ein geeignetes Ladegerät für Landstrom mitführen. Man kann es permanent in einem Hohlraum des Bootes unterbringen und die Ladekabel bis zur Batterie legen.


Auf vielen Gastanlegern für Sportboote findet man Säulen mit Stromanschluss - Gute Gelegenheit zum Laden der Bordbatterie

Aber wo schließt man es an? Ideal ist ein eigener Stromanschluss am Steg, der nicht immer zur Verfügung steht oder unverhältnismäßig teuer wäre. In Deutschland gibt es für Sportboote immer mehr Gastliegeplätze mit Stromanschluss. In Mecklenburg, Brandenburg und Berlin ist das 24-stündige Anlegen an zahlreichen Gastliegeplätzen kostenlos und Münzsäulen auf dem Steg liefern 220 Volt Strom. Diese Möglichkeit ist sowohl für den Wasserwanderer interessant, als auch für lokale Sportbootbesitzer, die nur wenige Male während der Wassersportsaison ihren Batterien zusätzliche Aufladungen spendieren möchten.

Batterieladegerät

Verwendete man bislang schuhkartongroße schwere Ladegeräte, meist mit grelloranger Blechabdeckung, nimmt man heute so genannte intelligente Ladegeräte, die kleiner und viel leichter sind. Sie enthalten eine ausgeklügelte Elektronik, die den Zustand der Batterie analysiert und das automatische Laden und auch eine Wiederinstandsetzung (Rekonditionierung aus dem englischen reconditioning) in die Wege geleitet. Dabei werden Sulfatablagerungen an den Bleiplatten der Batterie durch elektrische Impulse abgesprengt. Inwieweit das tatsächlich stattfindet und was es bewirkt, ist für den Anwender kaum nachzuvollziehen. Auch zeigen solche modernen Ladegeräte nicht an, mit welcher Amperezahl der Strom während des Ladens fließt. Mit roten und grünen LED werden Zustände und Aktivitäten angezeigt. Selbst wenn die Stromflussanzeigen herkömmlicher Ladegeräte keine erkennbaren Ausschläge mehr anzeigen, signalisieren moderne Ladegerät immer noch Ladevorgänge.

Die Batterielader des schwedischen Herstellers CTEK haben einen guten Ruf erworben. Sogar Mercedes vertreibt sie mit eigenem Label und in Tests schneiden sie immer sehr gut ab.


Banner Power Bull Starterbatterie am CTEK MXS 7.0 Batterieladegerät

Sind moderne Ladegeräte besser?

Wir testeten ein CTEK MXS 7.0 für 12 Volt Starter- und AGM-Batterien mit 7 Ah Ladestrom auf einem Sportboot, auf dem eine Banner 12V/100Ah und eine Banner 12V/66Ah für die  Stromversorgung  zuständig waren. Beide Batterien waren bereits drei Jahre  an Bord und der Start des Motors erfolgte oft sehr zaghaft. Das herkömmliche Batterieladegerät brachte keine Veränderung. Die kleinere Batterie wirkte schlapp und schien ein Austauschkandidat zu sein. Sie beide wurden nacheinander an das CTEK MXS 7.0 angeschlossen, das bei der großen Batterie einen Tag später mit grüner LED sein Okay gab und für die kleinere ebenfalls nach einem Tag. Danach startete der Dieselmotor zackig mit der 12V/100 Ah Batterie. Die 12V/66Ah hatte auch wieder mehr Power, was bei stundenlanger Benutzung eines Dell Notebooks erkennbar war, dessen Display hell wie beim üblichen Netzanschluss leuchtete und mit voller Leistung arbeitete. Auf dem Laptop wurde Nuance Dragon Naturally Speaking zum Diktieren von Texten verwendet. Das ging nur mit genügend Strom, aber nicht im notebookeigenen Akkubetrieb. So weit, so gut, jedoch ...

Was merkwürdig ist

Lädt man eine Batterie mit dem CTEK MXS 7.0 vollständig auf bis zum Aufleuchten einer grünen LED neben dem Symbol 'Voll' und schließt sie später erneut an, wird angezeigt, dass die Batterie nicht ganz voll ist, sondern nur zu drei Vierteln. Es kann mehr als eine Stunde vergehen, bis erneut 'Voll' signalisiert wird.

Wir haben eine neue Starterbatterie mit dem CTEK MXS 7.0 über Nacht randvoll geladen und starteten am Tag danach auf einem Boot einen 15 PS Dieselmotor, um eine Stunde zu fahren. An Bord befanden sich keine weiteren Stromverbraucher. Während der Fahrt lud die Lichtmaschine des Bootsmotors die Batterie und die entsprechende Anzeige meldete einen korrekten Ladestrom.

Zurück im Hafen, haben wir das CTEK MXS 7.0 erneut angeschlossen und erhielten die Meldung, dass die Batterie nicht ganz voll war. Wir probierten dies mit mehreren Batterien, darunter auch eine nagelneue. Das ist nicht nachvollziehbar.

Stromkabel

Wie kommt der Landstrom aufs Boot? Dazu bedarf es eines langen Kabels mit dem richtigen Stecker für den Stromanschluss auf dem Steg. Üblich sind blaue, dreipolige und wetterfeste Stecker für den Stromabgriff an der Steckdose auf dem Steg. Um Stolperfallen für andere auf dem Steg zu vermeiden, sollte man ein dort liegendes Kabel deutlich sichtbar machen und dafür sorgen, dass es glatt und ohne hochstehende Schlingen auf dem Boden liegt.