Oxly Boote

Yanmar 2GM

2014 © Thomas Gade
  • Hasla 21 Motorboot
  • Wasserabscheider
  • Kraftstoffhahn
  • Yanmar 2GM Kraftstofffilter

  • Wechsel des Kraftstofffilters


    Vor der Arbeit am Dieselfilter ist es ratsam, etwas Saugendes (Windel) zum Auffangen überlaufenden Treibstoffs darunter zu legen.

    Wann ist ein Filterwechsel fällig?

    Das hängt von der Qualität des Treibstoffs ab, dem Verbrauch, der durchschnittlichen Temperatur und der zeitlichen Nutzung. Beim Sportboot mit rund 100 Stunden Motorbetrieb pro Jahr kann man den Filter mehrere Jahre bei Verwendung sauberem Treibstoffs benutzen. Dazu gehören Aral Ultimate oder Shell V-Power und noch mehr C.A.R.E. Diesel, der praktisch gar nicht altert und auch Mikroorganismen nahezu keine Lebensmöglichkeiten bietet. Wer billigen Diesel mit hohem Biodieselanteil verwendet, muss weitaus früher mit verbrauchtem Filter rechnen. Auf jeden Fall hat sich zwischen Motor und Tank ein Wasserabscheider mit Schauglas und Filter zu befinden. Er trennt Wasser vom Diesel und versperrt Schmutz aus dem Tank den Weg zu Motor. Solange kein akuter Motorausfall zum Filterwechsel zwingt, ist der richtige Zeitpunkt zum Austausch im Rahmen der regelmäßigen Wartung, unter Berücksichtigung der bislang aufgeführten Faktoren, eine individuelle Ermessenssache.

    Wie wird der Kraftstoff-Filter gewechselt?

    Im Wartungshandbuch für den Yanmar 2GM steht, dass vor dem Öffnen des Kraftstofffilters der Treibstoffhahn geschlossen wird. Das ist nicht unbedingt nötig, weil die Kraftstoffpumpe vor dem Kraftstofffilter wie ein geschlossenes Ventil wirkt. Ist in dem Boot kein Kraftstoffhahn vorhanden, wäre das für diese Arbeit kein Grund zur Sorge.

    Vor dem Wechsel des Kraftstofffilters wird unter dem Gehäuse eine Windel zum Auffangen von heraustropfendem Diesel gelegt. Anschließend wird die Entlüftungsschraube ein Stück hochgedreht, bis ein kleines Entlüftungsloch zu sehen ist. Die Schraube ist stets mit Vorsicht zu drehen, weil das Gewinde des Filtergehäuses nicht lang ist.




    Luftablassschraube beim Treibstofffilter

    Prüfen der Treibstoffpumpe

    Kommt es durch einen Motoausfall zum Wechsel des Kraftstofffilters, sollte man nun prüfen, ob die Ursache gar nicht beim Filter liegt. Vielleicht ist die Treibstoffpumpe ausgefallen oder etwas behindert den Fluss des Treibstoffs zum Motor.

    Der Handhebel der Treibstoffpumpe wird einigemale betätigt, um festzustellen, ob überhaupt Diesel gepumpt wird. Lässt sich der Hebel nicht bewegen, wird der Anlasser kurz betätigt, damit die Kurbelwelle in eine andere Stellung kommt, um den Pumphebel freizugeben. Dabei kann etwas Diesel aus der Entlüftungsschraube austreten. Der Motor wird nicht gestartet! Anschließend pumpt man mehrmals händisch. Ist alles in Ordnung, tritt dabei ein feiner Strahl Diesel aus dem Entlüftungsloch der Entlüftungsschraube. Mit einem Lappen wird der Strahl aufgefangen.







    Der Ring zum Lösen des Topfes, in dem sich der Filtereinsatz befindet, läßt sich mit Händen und Gummihandschuhen lösen. Eine Zange ist nicht nötig. Mit etwas Fingerspitzengefühl bekommt man alles ab. Der Inhalt des Topfes wird in einen bereitstehenden Behälter gekippt. Danach wird der Topf gereinigt. Auf dem Boden kann etwas dunkler Schleim sein. Der muss raus.







    Der neue Filtereinsatz wird in den Topf gesteckt und Diesel eingefüllt. Dann wird er vorsichtig an den ursprünglichen Platz am Motor angebracht. Das Loch im Filtereinsatz muss an die richtige Stelle kommen, damit alles zusammen paßt. Dann wird die große Ringschraube wieder angezogen.


    Ein Kupferring dient als Dichtung. Er sollte jedesmal ausgetauscht werden.

    Nach dem Filterwechsel muss frischer Diesel in das Filtergehäuse

    Mit einer großen Spritze wird der Kraftstofffilter durch das Loch für die Entlüftung randvoll mit Diesel gefüllt. Das ist sehr wichtig, um keine Luft in den nachfolgenden Kraftstoffweg gelangen zu lassen. Falls das im größeren Maße geschieht, ist eine Entlüftung angesagt, die man sich ersparen möchte. Die Entlüftungsschraube wird halb eingedreht und mit der Handpumpe gepumpt, bis Diesel austritt (Vorsicht, feiner Strahl!) Dann wird die Schraube fest eingedreht. Der Motor kann nun gestartet werden. Eventuell wird er zunächst unregelmäßig laufen und mehrmals ausgehen. Das liegt an geringen Mengen Luft in den Treibstoffleitungen zwischen der Pumpe und dem Kraftstofffilter und in den weiterführenden Leitungen zur Einspritzpumpe. Üblicherweise ist das nach einigen Minuten ausgestanden und der Motor läuft rund und zuverlässig. Falls das nicht klappt, weil zuviel Luft in den Leitungen hinter dem Krafststofffilter sind, müssen sie entlüftet werden. Bei YouTube gibt es dazu Anleitungen, doch ist der Vorgang aufgrund des hohen Drucks nicht ungefährlich.