Oxly Boote

Algenbelag vom Boot entfernen

Beseitigung eines hartnäckigen Belags mit Algenol


© Thomas Gade / März 2012

Das Boot aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) wurde zur Einwinterung an Land geholt und gleich darauf mit einem Hochdruckreiniger von Muscheln und sonstigem Bewuchs befreit. Doch gelang dies beim Algenbewuchs nicht vollständig.

Im Frühjahr sollte ein neuer Antifoulinganstrich aufgetragen werden, doch befand sich auf dem Unterwasserbereich des Rumpfes ein dünner bräunlicher Belag aus eingetrocknetem Algenbewuchs, der hartnäckig am Rumpf haftete. Er musste entfernt werden. Aber wie? Mit Schwamm und Bürste war das eine mühselige Angelegenheit. In Bootsforen im Internets wurden alternative Lösungen gesucht. Zu dem Thema gab es zahlreiche Beiträge, die mehr verwirrten als halfen. Es gab unterschiedliche Methoden und was der eine empfahl, wurde von dem anderen als bootsschädigend bewertet.



Belag am Rumpf


Abschrubben oder schleifen?

Mehrmals wurde Algenol genannt, ein Pulver, das in Wasser aufzulösen war und hochwirksam sein sollte. Es wurde nicht ohne Skepsis bestellt. Ein Anruf beim Liegeplatzbetreiber gab uns grünes Licht. Wir durften es auf dem Gelände verwenden. Solange wir das alte Antifouling nicht abschleiften, war keine besondere Maßnahme zum Schutz des Bodens vorgesehen. Als das Paket mit dem Algenol geliefert wurde und die kleine Plastikflasche zum Vorschein kam, stellte sich die Frage, ob man damit auskommen würde, nicht ohne Gedanken an die 23,50 € zuzüglich Versand für ein Produkt, dessen Wirksamkeit zu dem Zeitpunkt noch gar nicht eingeschätzt werden konnte.

Nach Anleitung wurde etwas Pulver in ca. 2,5 Liter warmes Wasser bis zur Auflösung eingerührt und einige Minuten stehen gelassen. Danach war die Lösung einsatzbereit. Zum Auftragen auf das Boot nahmen wir eine neu erworbene Sprühflasche mit Handpumpe (ca. 20 €). Das nicht gerade billige Exemplar gab bereits nach einer Minute den Geist auf. Der Druckhebel zum Auslösen des Flüssigkeitsstrahls brach ab. Was nun? Die geringe Menge teurer Flüssigkeit konnte man nicht einfach mit einem Schälchen gegen den Rumpf spritzen. Niemals hätten wir so die gesamte Fläche vollständig benetzen können. Zudem zeigten sich noch keine Veränderungen an den bereits angesprühten Stellen.


Algenol, das Wundermittel

Algenbewuchs mit in Algenol getränktem dicken Pinsel abwischen

Wir steckten zwei dicke Pinsel auf Stöcke und tunkten sie in Eimerchen mit dem aufgelösten Algenol und wischten über den Algenbelag. Kurz darauf waren wir froh, dass die Sprühflasche kaputtgegangen war, denn die Pinselmethode erwies sich als ideal.


Eimer und Pinsel

Mit den Pinseln an den Stöcken war es leicht, alle Stellen zu erreichen. Einige Male mit gut getränktem Pinsel über den Belag zu wischen, reichte aus, um ihn vollständig zu beseitigen. Das Boot wurde einfach sauber gewischt. Nach einer knappen Stunde war der Unterwasserteil des Bootes blitzblank. Die Flüssigkeit erwies sich als sehr ergiebig, was auch unserer Methode zu verdanken war, die keinen Sprühnebel erzeugte, und somit kein Verlust durch Verwehungen oder Streuung entstand. Die Leichtigkeit, mit der man den Belag lösen konnte, übertraf unsere Erwartungen. Mit Spüli, Wasser und Geschirrschwämmen hätte das sehr lange gedauert und wäre niemals so gründlich gelungen.


Reinigung mit dickem Pinsel am Stock

Das Boot wurde mit Algenol benetzt und gleichzeitig gewischt, wozu die festeren großen Pinsel oder Quaste geradezu ideal waren. Alle mitgebrachten Bürsten und Schwämme konnten beiseite gepackt werden; sie waren überflüssig. Für das rund 6,2 m lange Boot, einen Verdränger, haben wir ca. 1/3 des Pulvers verbraucht. Angesichts der enormen Arbeitserleichterung und des guten Ergebnisses, erwies sich das Algenol als die richtige Wahl. Nach der Behandlung wurde das Boot mit Wasser abgespritzt und mit frischen Scheuerlappen abgewischt. Vor dem Anstrich mit Antifouling brauchte es nur noch zu trocken.

Was braucht man?

Algenol
Eimer zum Ansetzen der Flüssigkeit
Stab zum Rühren
Dicke Pinsel und Stöcke zum Verlängern der Griffe
Einmalhandschuhe
Brillen als Spritzschutz
Neue Scheuerlappen

Fazit

Hier kann man sich kurzfassen: Algenol ist klasse!