Oxly Boote

Kattegat, Skagerrak, Belt und Sund

Reisebericht - Sechs Monate unterwegs - Kattegat, Skagerrak, Belt und Sund. Buchtipp: Karl-Heinz Sauer ist nach über 20 Jahren in der Binnenschifffahrt nur noch privat auf dem Wasser unterwegs. Im Jahre 2010 begibt er sich mit seinem 8 Meter Motorboot ‘Molly’ in Begleitung seines Hundes Skip auf eine längere Fahrt. Sechs Monate bereisen sie das Kattegat, das Skagerrak, sowie die Belte und den Sund. Sie laufen 113 Häfen an und erkunden, wo immer möglich, die Buchten und Fjorde, um auch küstenfernere Orte zu entdecken. Viel Interessantes erleben sie auf dieser Reise, nicht zuletzt einen gefährlichen Ausfall des Motors bei stürmischer See. Nur mit Hilfe eines dänischen Skippers und dessen Kutter können sie aus der lebensbedrohlichen Situation gerettet werden und die Reise fortsetzen.

Spannendes, aber auch Unterhaltsames ereignet sich auf ihrem gut 2.000 Meilen langen Weg. Seine Reiseerlebnisse beschreibt Karl-Heinz Sauer in seinem Buch: "Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern…" Man erfährt viel über die besuchten Orte und erhält Anregungen für eigene Reisen. Wer sich für Wasser und Boote interessiert, wird das Buch als Planungsunterlage für den eigenen Törn oder als unterhaltsame Lektüre für gemütliche Abende an Bord oder zu Hause schätzen.


Motorboot 'Molly' in Lillehavn

Begleiten Sie die ‘Molly’ und ihre Besatzung auf ihrer Tour zwischen Oslo, dem Westausgang des Skagerraks und Malmö. In Dänemark folgt noch ein Abstecher in den Roskildefjord bevor es zurück nach Deutschland geht. Die Oste und die Fahrt durch den Hadelner Kanal bilden einen angemessenen Abschluss der Reise bevor sie am Startpunkt in Wilhelmshaven endet.

Das Buch kann über den Buchhandel oder direkt beim Autoren (chriskasauer@web.de) bezogen werden. "Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern." Taschenbuch, Dezember 2010, ISBN: 978-3-942693-36-3. 306 Seiten, davon 46 mit farbigen Abbildungen und übersichtskarte, Preis: 16,40 € + Versandkosten

Leseprobe: "Da die Wetteraussichten in Bezug auf Wind sehr ungünstig für die nächsten Tage ausfielen, wollte ich noch zum Oslofjord. Genauer gesagt an die Nordseite der Insel Tjoeme. Dazu musste ich zum Toensbergfjord und dann nach Norden bis zum Fahrwasser Vrengen. Bei Südwest um sechs, dachte ich, dass nach gut vier Meilen, wenn ich den Fjordeingang erreicht habe und nördlicheren Kurs steuern kann, das Schlimmste hinter uns läge.

Weit gefehlt. Zuerst wurde mir deutlich klargemacht, wie lange vier, fünf Meilen sein können. Trotz Warnung im Revierhandbuch hatte ich mich entschieden das kürzere Fahrwasser durch die Baatleia zu nehmen. Diese Entscheidung war eindeutig die falsche.

Zwischen den Felsen und Riffen kochte die See förmlich. Meine Hände waren feucht vom Schweiß und ich betete immer nur vor mich hin: Lass uns hier heil raus kommen. Beim Blick nach achtern konnte ich oft keinen Horizont erkennen, nur eine beängstigende, stahlgraue Wasserwand. Gut drei Meter betrug die durchschnittliche Wellenhöhe. Die ganze Zeit über redete ich entweder mit Skip oder sagte laut zu mir selbst: "Da ist die Bake, dort kann ich abfallen, mehr Steuerbord" und so weiter.

Auch nach Erreichen des Toensbergfjordes besserte sich nichts an den Verhältnissen. Rund um uns herum geiferten mit weißen Schaumkronen gekrönte Wellen, die uns vor sich her trieben. Voraus kam eine kritische Stelle. Zwischen einem Riffgebiet und der felsigen Küste betrug die Durchfahrtsbreite maximal fünfzig Meter. Mit gut acht Knoten Fahrt surften wir auf die Enge zu. Immer wenn die Wellen unter uns hindurch liefen, verlor "Molly" kurz ihre Steuerfähigkeit und schoss aus dem Ruder. Ich kurbelte wie verrückt am Steuerrad, um uns auf Kurs zu halten. Genau in der Durchfahrt befand sich unter Wasser eine Felsbarre, wo der Grund von vierzig auf rund neun Meter Wassertiefe anstieg. Die vom Skagerrak herein pressenden Wellen türmten sich dort gewaltig auf. Als wir zwischen diesen Wellenbergen hingen, konnte man glauben wir stehen auf der Stelle. Hoch aufgerichtet ragte unser Bug in den Himmel. Dann ging ein Ruck durch das Boot und wir schossen vorwärts. Endlich lag die gefährliche Enge hinter uns. Es wurde etwas besser aber bis weit in den Fjord hinein blieb die See extrem aufgewühlt. äußerst unangenehm waren die immer wieder plötzlich auftauchenden Bojen von Fischreusen. Diese konnte man oft erst dreißig bis vierzig Meter vor dem Bug erkennen.

Schließlich erreichten wir das Fahrwasser an der Westküste von Tjoeme. Die See beruhigte sich und kurze Zeit später war alles nur noch wie ein schlimmer Traum. Ich hatte Knie wie Pudding. Früher hatte ich nie geglaubt, wenn es hieß: "Dem schlottern die Knie vor Angst", dass das örtlich zu nehmen wäre. Jetzt weiß ich es besser.