Oxly Boote

Rettungseinsätze der DGzRS


Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ist eine nichtstaatliche Seenotrettungsorganisation. Sie wird fast völlig durch Spenden finanziert sowie zu einem geringen Prozentsatz aus Bußgeldern. Rund 800 Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich für die DGzRS und 180 Seenotretter sind fest eingestellt. Laufend kommt es zu Seenotfällen, die den Einsatz der Helfer erforderlich machen. Nachstehend stehen einige Einsätze.

Nachteinsatz für einen Fischkutter

14. 5. 2013. Was passiert, wenn der Antrieb auf See ausfällt, erlebte die Besatzung eines Fischkutters auf der Nordsee. Das Schiff trieb unkontrollierbar auf dem Meer und wurde vom zeitweilig kräftigen Wind und der Strömung auf Sylt zugetrieben. An Bord wußte man sich zu helfen und bekam den Antrieb mit Bordmitteln wieder in Gang, jedoch war fraglich, ob die Lösung bis zum Einlaufen in einen sicheren Hafen halten würde. In einer Pressemitteilung der ‘Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger’ (DGzRS) heißt es: Einen Fischkutter mit Maschinenausfall haben die Seenotretter der Freiwilligen-Station Hörnum der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in der Nacht zu heute, 14. Mai 2013, sicher in den Hafen begleitet. Vermutlich infolge einer brennenden Lichtmaschine war der Antrieb ausgefallen.


Bild: Seenotrettungsboot HORST HEINER KNETEN der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS)
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Daraufhin trieb die manövrierunfähige “Anna Catharina” bei südwestlichen Winden der Stärke vier bis fünf Beaufort (bis 38 Stundenkilometer) auf den Strand südwestlich von Rantum (Sylt) zu. Als die Seenotretter mit dem Seenotrettungsboot HORST HEINER KNETEN vor Ort eintrafen, war es den beiden Fischern bereits gelungen, sowohl den Brand zu löschen als auch die Maschine vorläufig wieder flott zu bekommen. Da der Kutter im Falle eines erneuten Maschinenausfalls zu stranden drohte, begleiteten die Seenotretter die 22 Meter lange “Anna Catharina” in stundenlanger Sicherungsfahrt in den Hörnumer Hafen.

Text und Fotos: DGzRS/Die Seenotretter - Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger

Travemünder Seenotretter bewahren Segelyacht vor dem Sinken

5. 6. 2013. In letzter Minute haben die freiwilligen Seenotretter der Station Travemünde der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) eine Segelyacht vor Niendorf gestern, Mittwoch, den 5. Juni 2013, vor dem Sinken bewahrt. Nach starkem Wassereinbruch hatte das Ehepaar an Bord der etwa zehn Meter langen “Elli Pet” kurz nach 19 Uhr über Handy die Seenotretter alarmiert. Nachdem die bordeigene Lenzpumpe versagte, fiel durch das steigende Wasser im Boot auch die Maschine aus. Unter Segeln versuchten die beiden nun, den rettenden Hafen zu erreichen.Die SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS alarmierte umgehend die Seenotretter in Travemünde. Da die Freiwilligen sich um 19 Uhr an diesem Abend zur medizini­schen Schulung an der Station getroffen hatten, besetzten sie sofort das Seenotret­tungsboot HANS INGWERSEN und liefen aus.”Keine zehn Minuten mehr, dann wäre die Yacht auf Tiefe gegangen”, so schilderte Vormann Horst-Dieter Eder die Situation, in der sie die havarierte Yacht knapp zwanzig Minuten später antrafen. Die Seenotretter nahmen die “Elli Pet” längsseits, verzichteten jedoch auf eine Übernahme von Ehepaar und Bord-Hündchen, da der nicht mehr weit entfernte Yachthafen Niendorf in kürzester Zeit sicher erreicht wurde. Die Seenotretter unterstützten die Segler noch so lange mit ihren mobilen Lenz­pumpen, bis die Segelyacht bei einer Niendorfer Werft aus dem Wasser gehoben werden konnte. Wie sich herausstellte, hatte die Segelyacht den Propeller verloren, und über die Wellenanlage war das Wasser ins Boot eingedrungen. / Quelle: Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS)



Bildunterschrift: Die freiwilligen Seenotretter von Travemünde waren gestern (5.6.2013) für eine sinkende Segelyacht mit dem Seenotrettungsboot HANS INGWERSEN im Einsatz (Archivbild)

Text und Fotos: DGzRS/Die Seenotretter - Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger

Doppelter Einsatz für die Seenotretter vor Rügen

14. 6. 2013. Zwei Schiffbrüchige vor Lohme gerettet / Freiwilligen-Besatzung kommt Yacht vor Glowe zu Hilfe. Für zwei Segler endete ein Törn auf der Ostsee heute Mittag, Freitag, 14. Juni 2013, an Bord des Seenotkreuzers HARRO KOEBKE der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Nachdem ihr Boot im Nordwestwind gekentert war, nahmen die Seenotretter der Station Sassnitz die unterkühlten Männer vor der Nordküste der Insel Rügen an Bord. Nahezu zeitgleich kamen die freiwilligen Seenotretter der Nachbarstation Glowe etwas weiter westlich einem Alleinsegler zu Hilfe. Die beiden gekenterten Segler waren am späten Vormittag mit ihrem etwa acht Meter langen Boot im kleinen Hafen von Lohme an der Nordküste der Halbinsel Jasmund in östliche Richtung aufgebrochen. Der Vater und sein erwachsener Sohn wollten Sassnitz ansteuern. Etwa auf halber Strecke zwischen Lohme und Stubbenkammer brachte bei nordwestlichen Winden von sechs bis sieben Beaufort (bis ca. 60 km/h Windgeschwindigkeit) offenbar eine Bö ihr Boot zum Kentern.


Seenotkreuzer HARRO KOEBKE

Ein Spaziergänger beobachtete die Seenot der Segler von Land aus und wählte den Notruf. Die SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS alarmierte den Seenotkreuzer HARRO KOEBKE/Station Sassnitz. Die Besatzung des 25 Knoten (ca. 48 km/h) schnellen Spezialschiffs legte sofort ab und anschließend “alle Hebel auf den Tisch”: Mit den über 6.500 PS Leistung der drei Fahrmaschinen benötigten die Seenotretter weniger als eine halbe Stunde, um den Unglücksort an der Nordküste zu erreichen.

Die SEENOTLEITUNG BREMEN bezog zur Sicherheit das nördlich der Insel fahrende Zollboot “Rügen” und den Rettungshubschrauber Christoph 47 der DRF Luftrettung aus Greifswald in die Suche nach den Schiffbrüchigen mit ein. Doch die Seenotretter fanden den Havaristen schnell selbst: Etwa eine halbe Seemeile vor der Küste war die Jolle gekentert. “Die beiden Segler hatten sich auf den Rumpf des kieloben treibenden Bootes gerettet. Glücklicherweise trugen sie Rettungswesten”, berichtet Dirk Neumann, Vormann der HARRO KOEBKE.



Tochterboot NOTARIUS des Seenotkreuzers HARRKO KOEBKE

Mit dem Tochterboot NOTARIUS übernahmen die Seenotretter die unterkühlten Schiffbrüchigen bei etwa zwei Metern Wellenhöhe. Anschließend versorgten sie die beiden Männer im Bordhospital des Seenotkreuzers. In Sassnitz übergaben sie sie an den Landrettungsdienst. In einem zweiten Anlauf bemühen sich die Seenotretter derzeit mit Unterstützung des Zollbotes, auch die Jolle zu bergen. Der Zoll hatte sie zunächst provisorisch mit einem Fender markiert und die Verkehrszentrale Sassnitz über das Schifffahrtshindernis informiert.


Bildtext: Das Tochterboot NOTARIUS des Seenotkreuzers HARRKO KOEBKE/Station
Sassnitz der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) nähert sich den beiden schiffbrüchigen Seglern, um sie an Bord zu nehmen.

Nahezu zeitgleich waren die freiwilligen Seenotretter der DGzRS-Nachbarstation Glowe im Einsatz. Das Seenotrettungsboot KURT HOFFMANN schleppte ein etwa sechs Meter langes Segelboot sicher nach Glowe ein. Der allein segelnde Skipper aus Schweden war ohne Motor unterwegs und der Küste recht nahe gekommen. Ein Angelkutter beobachtete die gefährliche Lage und alarmierte über den internationalen Sprechfunk-Notrufkanal 16 die SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS.

Text und Fotos: DGzRS/Die Seenotretter - Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger

Starkwind und Gewitterfronten über der Ostsee – Seenotretter für mehr als 70 Menschen im Einsatz

15. 6. 2013. In durchziehenden Starkwind- und Gewitterfronten mit zum Teil kräftigen Schauerböen sind die Seenotretter am vergangenen Wochenende (15./16. Juni 2013) in zahlreichen Revieren der Ostsee oft stundenlang im Einsatz gewesen. Freiwilligen-Besatzungen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) befreiten bei über 40 Einsätzen mehr als 70 Menschen aus Gefahren. Der Schwerpunkt lag in der westlichen Ostsee. Schnelle Hilfe brachten die freiwilligen Seenotretter der Station Damp vier schiffbrüchigen Katamaranseglern am Sonntagnachmittag (16. Juni): In einer stürmischen Bö von acht Beaufort (rund 70 km/h Windgeschwindigkeit) war ihr etwa zehn Meter langes Boot vor Damp gekentert. Die Crew einer in der Nähe fahrenden Segelyacht alarmierte die SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS.

Bereits etwa 20 Minuten später traf das in Damp stationierte Seenotrettungsboot KARL VAN WELL am Unglücksort ein. Die vier 30 bis 35 Jahre alten Segler hatten sich in gut zwei Meter hohen Wellen zunächst auf die beiden Rümpfe des großen Katamarans gerettet. Die Seenotretter nahmen sie an Bord und brachten sie sicher an Land. Im Stationsgebäude versorgten sie die Erschöpften mit trockener Kleidung, Essen und Getränken. Bis auf einen leichten Schock und Hautabschürfungen blieben die Segler unverletzt.


Bild: Von diesem gekenterten großen Katamaran vor Damp rettete die Freiwilligen-Besatzung
des Seenotrettungsbootes KARL VAN WELL der DGzRS vier Segler. Foto: DGzRS/Die Seenotretter

Ein Elternpaar mit zwei fünf und acht Jahre alten Kindern verdankt die Befreiung aus einer gefährlichen Lage der Freiwilligen-Besatzung des Seenotrettungsbootes WERNER KUNTZE/Station Langballigau. Der Einsatz am Sonnabendnachmittag (15. Juni) erforderte große Anstrengung der Seenotretter. Auf der Flensburger Förde bei Holnis hatte eine elf Meter lange Segelyacht Mastbruch erlitten. Das große Rigg hatte sich unter dem Schiff verfangen und am Grund verhakt. Gerade noch rechtzeitig vor der nächsten Gewitterfront gelang es den Seenotrettern, mit einer Drahtseilschere das Rigg abzutrennen und damit größere Gefahr für die vierköpfige Crew zu verhindern. Die Yacht konnte aus eigener Kraft unter Motor Langballigau anlaufen.


Bild: Auf der Flensburger Förde kam das Seenotrettungsboot WERNER KUNTZE der DGzRS
kurz vor Durchzug einer Gewitterfront der Crew dieser Yacht mit Mastbruch zu Hilfe. Foto: DGzRS/Die Seenotretter

Besonders viel Arbeit innerhalb weniger Stunden gab es ebenfalls am Sonnabendnachmittag für die Travemünder Seenotretter: Gleich drei Mal hintereinander war die Freiwilligen-Besatzung des Seenotrettungsbootes HANS INGWERSEN in der Lübecker Bucht unterwegs. Vor Niendorf hatte eine Frau das Abtreiben eines Schlauchboots mit ihrem volljährigen Sohn und zwei gleichaltrigen Freunden an Bord gemeldet. Kurz bevor eine durchziehende Gewitterfront das Schlauchboot traf, erreichte die HANS INGWERSEN die drei leicht unter Schock stehenden jungen Männer. Die Seenotretter nahmen sie bei starken west-südwestlichen Winden an Bord und brachten sie nach Niendorf. Ein Schlauchboot der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft schleppte das Schlauchboot der drei Heranwachsenden zurück an die Küste. Kurz darauf war die Besatzung der HANS INGWERSEN für zwei gekenterte Katamarane vor Scharbeutz und Haffkrug im Einsatz. Die Segler blieben jeweils unverletzt.



Bild: Dreimal innerhalb weniger Stunden war das Seenotrettungsboot HANS INGWERSEN der DGzRS in der Lübecker Bucht im Einsatz. Zwei Einsätze fuhr die Freiwilligen-Besatzung für gekenterte Katamarane (Bild). Foto: DGzRS/Die Seenotretter

Ausflugsschiff läuft vor Büsum auf

6. 5. 2013. Mehr als acht Stunden lang mussten 136 Menschen an Bord eines Ausflugsschiffes in der Nordsee ausharren. Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) begannen am Abend gegen 20 Uhr damit, die Passagiere der festgekommenen “Lady von Büsum” nach und nach abzubergen und auf ein anderes Fahrgastschiff zu übergeben. Die “Lady von Büsum” war gegen Mittag etwa sieben Seemeilen (rund 13 Kilometer) südsüdwestlich von Büsum, etwas westlich der kleinen Insel Trischen auf Grund gelaufen. Zunächst verhinderte der niedrige Wasserstand die schnelle Übernahme der Passagiere durch den Seenotkreuzer THEODOR STORM/Station Büsum der DGzRS. Zwei einzelne Personen brachten die Seenotretter jedoch aus medizinischen Gründen bereits am Nachmittag mit Hilfe des kleinen Arbeitsbootes des Seenotkreuzers von Bord und sicher an Land.


Ausflugsschiff “Lady von Büsum”, festgekommen nahe der kleinen Insel Trischen in der Nordsee am 6. Mai 2013 (Foto: DGzRS)

Erst bei auflaufendem Wasser am Abend konnte sich die THEODOR STORM selbst der “Lady von Büsum” nähern, um die anderen Fahrgäste aus ihrer Zwangslage zu befreien. In drei Anläufen übernahmen die Seenotretter alle noch verbliebenen 134 Passagiere und übergaben sie auf die “Ol Büsum”. Sie bringt die Menschen derzeit nach Büsum. Die Lady von Büsum” kam gegen 21.30 Uhr aus eigener Kraft wieder frei und läuft ebenfalls Büsum an.


Seenotkreuzer THEODOR STORM der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) längsseits des Ausflugsschiffs “Lady von Büsum”, festgekommen nahe der kleinen Insel Trischen am 6. Mai 2013 (Foto: DGzRS)

Quelle: Pressemitteilung des DGzRS

Ebbe und Flut bewegen laufend große Wassermassen, die im sechstündigen Wechsel in Richtung Land oder zurück fließen. Die Strömung des Wassers bewirkt eine permanente Veränderung des Meeresgrundes im flachen Wattenmeer. Diese Variablen sind in der Küstenschifffahrt an der Nordsee ernst zu nehmen sind. Die Gezeitentabellen des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie weisen für Büsum einen Tidenhub von durchschnittlich 3,5 Meter aus. Bei Niedrigwasser wird ein Wasserstand von ca. 0,4 Meter angegeben und bei Hochwasser um 3,9 Meter. Laut Angaben auf der Website der Reederei H.G.Rahder beträgt der Tiefgang der ‘Lady von Büsum’ 2,5 Meter. Wie auf dem ersten Bild zu sehen ist, liegt das aufgelaufene Schiff bei Ebbe aufrecht auf einem sandigen Untergrund. In der Lage ist nicht damit zu rechnen, dass ein bedeutender Schaden am Schiffskörper auftritt.