Oxly - Boote

Einsätze der Seenotretter der DGzRS

Thomas Gade / Bilder: DGzRS

Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ist eine unabhängige Organisation für Seenotrettung. Sie finanziert sich überwiegend aus Spenden sowie zu einem kleinen Teil aus zugewiesenen Geldauflagen. Etwa 800 Menschen engagieren sich freiwillig, während rund 180 Kräfte hauptberuflich tätig sind. Regelmäßig kommt es zu Notlagen auf See, bei denen die Seenotretter eingreifen müssen. Im Folgenden werden einige Beispiele beschrieben.

Nächtlicher Einsatz für Fischkutter

14.05.2013. Wie kritisch ein Maschinenausfall auf See werden kann, zeigte sich bei einem Fischkutter in der Nordsee. Das Schiff war manövrierunfähig und wurde durch Wind und Strömung in Richtung Sylt getrieben. Zwar gelang es der Besatzung, den Antrieb provisorisch wieder zu starten, jedoch bestand Unsicherheit, ob dieser bis zum Hafen durchhalten würde. Laut DGzRS begleiteten die Seenotretter der Station Hörnum den Kutter in der Nacht sicher in den Hafen. Ursache des Ausfalls war vermutlich ein Brand an der Lichtmaschine.


Bild: Seenotrettungsboot HORST HEINER KNETEN der DGzRS

Das Schiff „Anna Catharina“ trieb bei Windstärken von vier bis fünf Beaufort in Richtung Küste bei Rantum. Als die Rettungskräfte eintrafen, hatte die Crew den Brand bereits gelöscht und die Maschine notdürftig repariert. Um ein erneutes Ausfallen und mögliches Auflaufen zu verhindern, wurde der Kutter über mehrere Stunden hinweg gesichert bis nach Hörnum begleitet.

Segelyacht vor dem Untergang bewahrt

05.06.2013. Vor Niendorf verhinderten Seenotretter der Station Travemünde in letzter Minute das Sinken einer Segelyacht. Nach starkem Wassereinbruch setzte die Technik an Bord aus, sodass das Ehepaar an Bord unter Segeln versuchte, den Hafen zu erreichen. Die Rettungsleitstelle in Bremen alarmierte umgehend die freiwilligen Kräfte, die sich zufällig gerade an der Station befanden. Sie liefen sofort mit dem Rettungsboot aus und erreichten die Yacht nach kurzer Zeit.


Bild: Seenotrettungsboot HANS INGWERSEN im Einsatz

Die Retter stabilisierten die Lage mit Pumpen und begleiteten das Boot bis in den Hafen. Später stellte sich heraus, dass ein verlorener Propeller den Wassereinbruch verursacht hatte.

Zwei Einsätze vor Rügen

14.06.2013. Gleich zwei Notfälle beschäftigten die Seenotretter vor Rügen. Zwei Segler kenterten bei starkem Wind nahe Lohme. Sie konnten sich auf den Rumpf ihres Bootes retten, bis Hilfe eintraf. Ein Passant hatte die Situation bemerkt und den Notruf abgesetzt. Die Rettungseinheit aus Sassnitz war schnell vor Ort.


Seenotkreuzer HARRO KOEBKE

Mit einem Tochterboot wurden die unterkühlten Männer geborgen und medizinisch versorgt. Anschließend brachte man sie an Land.


Tochterboot NOTARIUS im Einsatz

Parallel dazu halfen Seenotretter aus Glowe einem allein segelnden Skipper, dessen Boot ohne Motor in Küstennähe geraten war. Das Boot wurde sicher in den Hafen geschleppt.

Stürmisches Wochenende auf der Ostsee

15.06.2013. Starkwind und Gewitter führten an einem Wochenende zu zahlreichen Einsätzen. Mehr als 70 Menschen wurden bei über 40 Rettungsaktionen unterstützt. Vor Damp kenterte ein Katamaran mit vier Personen an Bord. Die Besatzung konnte sich auf das Boot retten, bis die Seenotretter eintrafen und sie in Sicherheit brachten.


Bild: Gekenterter Katamaran vor Damp

Auch bei einem Mastbruch auf der Flensburger Förde halfen die Einsatzkräfte rechtzeitig, indem sie das beschädigte Rigg entfernten.


Bild: Segelyacht mit Mastbruch

Zusätzlich kam es in der Lübecker Bucht zu mehreren Einsätzen, unter anderem für gekenterte Katamarane und ein abtreibendes Schlauchboot mit jungen Insassen.

Ausflugsschiff läuft vor Büsum auf Grund

06.05.2013. Vor Büsum lief ein Ausflugsschiff mit 136 Menschen an Bord auf Grund. Aufgrund des niedrigen Wasserstands mussten die Passagiere mehrere Stunden ausharren, bevor eine Evakuierung möglich war. Am Abend konnten die Seenotretter die Menschen schrittweise auf ein anderes Schiff bringen. Zwei Personen wurden bereits zuvor medizinisch versorgt und an Land gebracht.


Bild: Festgekommenes Ausflugsschiff „Lady von Büsum“

Später wurde das Schiff bei auflaufendem Wasser wieder freigespült und konnte aus eigener Kraft den Hafen erreichen.


Seenotkreuzer THEODOR STORM im Einsatz

Die Gezeiten in der Nordsee führen regelmäßig zu starken Wasserstandsänderungen, wodurch sich der Meeresboden ständig verändert. Gerade im Wattenmeer stellt dies eine besondere Herausforderung für die Schifffahrt dar. In Büsum beträgt der Tidenhub im Durchschnitt etwa 3,5 Meter, was die Navigation zusätzlich erschwert.
```