Oxly - Boote

 

HASLA 21 Motorboot

2011 kaufte ich mir ein Motorboot. Zuvor hatte ich nie eines besessen, vieles war neu. Über einige Erlebnisse berichtete ich damals im Oxly-Blog, der inzwischen aufgelöst wurde. Viele Artikel sind nach einer Überarbeitung dieser Website auf HTML Seiten erhalten geblieben.

Wassersportsaison 2011 - eine verregnete Zwischenbilanz

9. 8. 2011

Von der Ausprägung dieses Sommer sind wir alle überrascht worden. Entgegen den frühen Annahmen der Wetterpropheten, die uns wieder mal einen heißen Sommer mit viel Sonne angekündigt haben, ist dieser mehr oder weniger ins Wasser gefallen. Nach einem schönen Frühling mit einem warmen sonnigen Mai enttäuschten der Juni, Juli und bislang auch der August mit vielen wolkenreichen, regnerischen und mitunter stürmischen Tagen. Wir hörten aus verschiedenen Quellen, dass Boote, die sich auf eine längere Streckenfahrt auf Binnengewässern aufgemacht hatten, irgendwo wegen geschlossener Schleusen in Folge des Hochwassers festlagen/-liegen.


Fahrt im Motorboot. Blick durch ein Fenster mit Regentropfen auf einen Fender

Zu viele schöne Fahrten sind wegen der widrigen Umstände ausgefallen. Bislang war die Saison ein Flopp geprägt von anhaltend schauderhaften Wetterberichten, die einem die Freude am Boot vergällen konnten. Nun gut, die Segler mögen das anders sehen.  In ihren Heimatrevieren blies häufig frischer Wind anstatt die Besatzungen mit Windstille zu langweilen.  Wer Böen und Regen braucht, um ihnen sportlich unter Segeln auf dem Boot, mag seine Freude an diesem Sommer haben, doch unzählige Kanufahrer, Surfer und Motorbootfahrer haben die Faxen dicke. In manchen Marinas werden Boote ungeschützt gegen die unter dem Hochwasser liegende Stege gedrückt, weil die aufgeblasenen Fender dort nichts mehr abfedern. Sie schwimmen oben, wo sie nichts nützen. Bootsverdecke haben angefangen zu gammeln. In den Nahtstellen zwischen dem Stoff und den transparenten Folien (Fenstern) hat die Dauerfeuchte zum Entstehen einer grünlichen Flora geführt. Ausgerechnet während der Sommerferien, die demnächst enden, wollte der Sommer sich nicht einstellen. Was werden uns die nächsten Wochen bescheren? Wer schlechte Laune bekommen möchte, befragt den  Trend auf der Website donnerwetter.de.  Dort wird bis zum 21. 8. 2011 für den Raum Berlin kein (!!!) einziger sonniger Tag prognostiziert.




Saisonende. Erste Schritte zum Einwintern des Motorboots

12. 10. 2011 © Thomas Gade


Viele Liegeplätze sind schon verwaist, aber die Kajaks fahren noch.

In den kommenden zwei Wochen werden die Stege verwaisen, weil die Sportboote im Winter an Land stehen. Die ersten sind bereits draußen. Heute fuhr ich zu meinem Boot, um - erstmals nach dem Kauf - die Einwinterung vorzubereiten. Auf dem Weg gab es einen Stopp bei ALDI, um 4 Flaschen Wodka zu kaufen, der im Trinkwassersystem als Frostschutz vorgesehen war, um Eisbildung zu vermeiden. Ein anderer Bootsbesitzer kommentierte dies: "Ah, für dein Boot? Fahre nächstes Jahr nach Polen und hole dir dort den Hochprozentigen! Der ist billiger und kann mehr Minusgrade ab."  Polen ist nicht weit weg von Berlin. Das merke ich mir.

Das schmuddelige, auf dem Trailer liegende und kaum benutzte Schlauchboot war zu reinigen, die Luft abzulassen, der Holzboden herauszunehmen und alles im Wagen zu verstauen. Dann wurde der Trailer mit dem Hafenmeister gecheckt. Alles okay!

An Bord wurden alle Polster und Klamotten gesammelt und zum Auto gebracht, das sich schnell füllte. Zwei blaue Ikea-Beutel mit weiteren Sachen wie Taue, Getränke und Dosen mit Lacken, Reinigungsmitteln und Epoxidharz kamen hinzu. Eine Tüte Müll wurde entsorgt, woher kam der eigentlich? Dann wurde  der Reservekanister mit Diesel von Bord genommen und zum Auto geschleppt. Danach sah es seltsam aufgeräumt aus.  Nur die Wodkaflaschen und der Frostschutzmittelkanister passten nicht ganz ins Bild.

Der Nachmittag war während dieser Arbeiten schnell verflogen. Der Wind wehte und trieb herbstbraunes Laub vorbei. Noch waren die meisten Bäume grün, aber das Braun kam durch.

Auf dem Pohlesee fuhren noch Ruderboote, Kajaks und Kanus. Bei solchen Booten gibt es kein Einwintern. Wenn sie nicht benutzt werden, liegen die meisten das ganze Jahr auf Gestellen in den Bootshäusern und sind immer zu nutzen, solange die Gewässer nicht zufrieren.

Gegen 16 Uhr stand die Sonne schon zu tief, um nach getaner Arbeit nochmal auszulaufen. Außerdem war das Auto zuhause wieder leerzuräumen. Das konnte sich hinziehen. Als ich wegfuhr, war das Boot noch startklar, aber vieler Accessoires beraubt, welche die kommenden Monate im Keller lagern sollten.  Der Holzmast mit dem Anker- und Topplicht stand noch. Das Verdeck würde erst an Land unmittelbar vor dem Aufziehen der Winterplane runterkommen. Der Motor war noch betriebsbereit. Eine letzte Fahrt vor demEinwintern des Motors mit Frostschutzmittel stand noch an. Viel Zeit blieb nicht mehr, in der kommenden Woche sollte das Boot aus dem Wasser geslippt werden.

Zuhause mit dem vollen Auto stellte sich die Frage, wohin mit dem Zeug. Immerhin würde noch einiges folgen. Die Poster wurde in einen Bettbezug eingeschlagen und auf den Hängeboden gelegt. Das passte gerade so. Aber der Rest? Der Keller, bislang ein unübersichtlicher Raum mit  jahrelang willkürlich abgestellten Gegenständen schien so nicht der rechte Ort zu sein, um eine Persenning stockfleckenfrei über den Winter zu bekommen und das Schlauchboot vernünftig zu lagern. Hier standen die Fahrräder neben vielen Dingen, die vor allem ihrer Entsorgung harrten. Die schaurige Höhle in einer Berliner Mietskaserne,  in der noch einige Parteien mit Öfen heizen, war für eine gründliche Entrümpelung und zur Austattung mit  Regalen fällig.  Im Keller gab es Spinnweben an den Decken, Kohlestaub auf dem Boden und herabgerieselter Mörtel unterhalb der Wände.

Die Bootsausrüstung nebst der beiden Klappräder brauchte einen vernünftigen Platz. Der Keller wurde gereinigt: 40 Eimer voller Schutt und bröseligen Dingen - Spuren aus der langen Geschichte dieses Hauses - wurden zusammengefegt. Was für eine Sauerei! Der Spuk dauerte drei Tage und ging nicht ohne Fluchen  vonstatten. Dann waren die Regale aufgebaut, vieles entsorgt und vieles übersichtlich verstaut. Mit einem Industriestaubsauger hätte man den Prozess gründliche erledigen können. Viel Aufwand für ein Boot!

Letzte Bootsfahrt vor der Einwinterung - Havel und Wannsee

18. 10. 2011 © Thomas Gade

15. 10. 2011: Die Sonne scheint am strahlendblauen Himmel. Keine Spur vom nassgrauem Herbst trübt unsere letzte diesjährigen Fahrt mit unserem Motorboot, das in den kommenden Tagen an Land gestellt wird. Vor der Prozedur des Motoreinwinterns und des Ablassens des Flüssigkeiten aus dem Frischwassersystem genießen wir die Abschiedstour auf den schönen Gewässern. Das Laub der Bäume am Ufer wirkt noch gar nicht so herbstlich. Es könnte im August nach einer Trockenperiode ähnlich aussehen. Am Ufer sitzen Kormorane und Graureiher.


Wannsee. Vorbeifahrendes Segelboot mit heruntergelegtem Mast

Unser Film beginnt an der Glienicker Brücke. Die Reise führt an der Pfaueninsel und Kälberwerder vorbei. Wir sehen erstmalig, dass auf Kälberwerder Hütten stehen und lesen später im Internet, dass die Insel einem Verein gehört. Zwischen Kladow und Schwanenwerder treffen wir die erste Segelregatta. Im Wannsee sehen wir die zweite. Das sonnige Wetter macht den Abschied von der diesjährigen Bootssaison schwer. Die anstehende kalte Jahreszeit mit Frost, die ein Einwintern der Boote bedingt, scheint noch weit weg zu sein.



Trip in a boat from glienicke bridge near Potsdam on the river havel passing peacock island. North of it we've reached the lake greater wannsee, where we've seen many sailingboats. These beautiful waters are part of the German capital Berlin.

Das Motorboot - erste Schritte zum Einwintern

12. 10. 2011

Die ersten Boote sind raus. In den kommenden zwei Wochen werden die Stege verwaisen. Die Sportboote werden nach einer zu kurzen Saison in ihre Winterlager verbracht. Heute fuhr ich zum Boot, um die Einwinterung vorzubereiten. Auf dem Weg gab es einen Stopp bei ALDI, um 4 Flaschen Wodka zu kaufen, der in das Trinkwassersystem als Frostschutz gekippt wird, um Eisbildung zu vermeiden. Ein anderer Bootsbesitzer kommentierte dies: "Ah, für dein Boot? Fahre nächstes Jahr nach Polen und hole dir dort den Hochprozentigen! Der ist billiger und kann mehr Minusgrade ab. "  Polen ist nicht weit weg von Berlin. Das merke ich mir.

Auf dem Gelände gab es die Gelegenheit, die Vorbereitung des Motors für den Winter zu besprechen. In meinem Boot, einem alten Verdränger, arbeitete ein Yanmar 2GM mit 15 PS Leistung. Ein Schlauch zwischen einem Ventil in der Bootshülle und dem Wasserfilter beim Motor sowie dem nachfolgenden Wasserweg nebst Pumpe bis hin zum Kühlwasseraustritt darf wegen des Frostes kein reines Wasser enthalten. Bei Eisbildung waren Schäden vorprogrammiert.

Daher muss Kühlerfrostschutz aus dem Autozubehör hinein. Ich mache das zum ersten Mal und habe allerlei Ratschläge eingeholt. Die einen machen den Motor im Wasser winterfest und die anderen, wenn das Boot an Land ist.  Für das Wasser spricht ein bedeutendes Argument. Der Motor muss warm sein und  Kühlwasser fordern, um den Vorgang richtig zu machen.  Daher fahren die alten Hasen eine halbe Stunde mit dem Boot herum, bringen es zum Schluss nochmal ordentlich auf Touren, legen an und stellen den Motor kurz ab. Dann schließen sie das Seeventil und öffnen den Wasserfilter.  In einer bereitstehenden  Gießkanne befindet sich ein Gemisch aus Frostschutz und Wasser. Am besten 1:1, wurde mir gesagt. Das würde selbst bei tiefem Frost reichen. Der Motor wird wieder gestartet und nun gißt man die Flüssigkeit langsam mit der Gießkanne in die Öffnung des Filters. Das Zeug läuft ein und verdrängt dabei das vorhandene Wasser, bzw. mischt sich mit  Teilen, die nicht sofort ausgespült werden. Am Kühlwasseraustritt ist zu sehen, wann das Frostschutzmittel kommt. Aus Umweltschutzgründen sollte das Kühlwasser während dieser Prozedur in einem Eimer aufgefangen werden. Die anderen machen das Land. Allerdings ist der Motor dann nicht warmgelaufen und das Boot kommt auf dem Trailer oder den Lagerböcken zum schwingen.

Dieser Vorgang stand erst in ein paar Tagen an.  Heute ging es um anderes. Das schmuddelige, auf dem Trailer liegende und kaum benutzte Schlauchboot war zu reinigen, die Luft abzulassen, der Holzboden herauszunehmen und alles im Wagen zu verstauen. Dann wurde der Trailer mit dem Hafenmeister gecheckt. Alles okay!

An Bord wurden alle Polster und Klamotten gesammelt und zum Auto gebracht, das sich schnell füllte. Zwei blaue Ikea-Beutel mit weiteren Sachen wie Taue, Getränke und Dosen mit Lacken, Reinigungsmitteln und Epoxidharz kamen hinzu. Eine Tüte Müll wurde entsorgt und warf die Frage nach seiner Herkunft auf dem kleinen Boot auf. Dann wurde  der Reservekanister mit Diesel von Bord genommen und zum Auto geschleppt. Zum Schluss wurde das Boot mit dem vom Hafenmeister geborgten Staubsauger gereinigt.  Danach sah es seltsam aufgeräumt aus.  Nur die Wodkaflaschen und der Frostschutzmittelkanister passten nicht ganz ins Bild.

Der Nachmittag war während dieser Arbeiten schnell verflogen. Der Wind wehte und trieb herbstbraunes Laub vorbei. Noch waren die meisten Bäume grün, aber das Braun kam durch. Auf dem Pohlesee fuhren Ruderboote, Kajaks und Kanus vorbei. Die rudernden und paddelnden Leute genossen ihre Fahrten ohne Gedanken an das Einwintern ihrer Boote, denn da gab es nichts tun. Sie würden wie im Sommer auf den Gestellen in den Schuppen liegen und bei ausbleibendem Frost und kalten Winden weiter benutzt werden.

Gegen 16 Uhr stand die Sonne schon zu tief, um nach getaner Arbeit nochmal rauszufahren. Außerdem war das Auto zuhause wieder leerzuräumen. Das konnte sich hinziehen. Als ich wegfuhr, war das Boot noch startklar, aber vieler Accessoires beraubt, welche die kommenden Monate im Keller lagern würden.  Der Holzmast mit dem Anker- und Topplicht stand noch. Das Verdeck würde erst an Land unmittelbar vor dem Aufziehen der Winterplane runterkommen. Der Motor war noch betriebsbereit. Eine oder maximal zwei Fahrten standen noch aus. Nach der letzten würde das Frostschutzmittel eingefüllt und die Batterien ausgebaut werden.  In der kommenden Woche sollte das Boot aus dem Wasser kommen. Dann würde die diesjährige Bootssaison zuende sein. Schade!

Nachtrag: Zuhause mit dem vollen Auto stellte sich die Frage, wohin mit dem Zeug. Immerhin würde noch einiges folgen. Die Poster wurde in einen Bettbezug eingeschlagen und auf den Hängeboden gelegt. Das passte gerade so. Aber der Rest? Der Keller, bislang ein unübersichtlicher Raum mit  jahrelang willkürlich abgestellten Gegenständen schien so nicht der rechte Ort zu sein, um eine Persenning stockfleckenfrei über den Winter zu bekommen und das Schlauchboot vernünftig zu lagern. Hier standen die Fahrräder neben vielen Dingen, die vor allem ihrer Entsorgung harrten. Die schaurige Höhle in einer Berliner Mietskaserne,  in der noch einige Parteien mit Öfen heizen,  war für eine gründliche Entrümpelung und einer Austattung mit  Regalen fällig.  Das war zuletzt vor sehr vielen Jahren passiert. Sicherlich hatte sich nicht mal der Vormieter daran gewagt, den Raum zu fegen. Spinnweben an den Decken, Kohlestaub auf dem Boden, herabgerieselter Mörtel unterhalb der Wände. Tja, nun wurde es Zeit.

Die Bootsausrüstung nebst der beiden Klappräder brauchte einen vernünftigen Platz.  40 Eimer mit Schutt und bröseligen Dingen, Spuren der langen Geschichte eines Hauses, wurden zusammengefegt. Was für eine Sauerei! Der Spuk dauerte drei Tage und ging nicht ohne Fluchen  vonstatten. Dann waren die Regale aufgebaut, vieles entsorgt und vieles übersichtlich verstaut. Mit einem Industriestaubsauger hätte man den Prozess gründlich beenden können. Er kam auf meine innere Wunschliste. Auf dem Flohmarkt oder in den Internetkleinanzeigen sollte so ein Teil für den Keller zu bekommen sein. Der ganze Aufwand für ein Boot! Die Bedeutung Wassersport im Zusammenhang mit einem Motorboot wurde deutlich. Der Sport fand nicht beim Fahren mit dem Boot statt, sondern in den 'Nebentätigkeiten', die damit verbunden waren.