Oxly - Boote

Berlin: Gala der Boote – Boot & Fun 2017

Thomas Gade, 23. November 2017



Wer eine Messe besucht, um sich die ausgestellten Waren in Ruhe anzusehen oder fachliche Gespräche mit Ausstellern zu führen, geht am besten allein oder mit Kollegen und Geschäftsfreunden dorthin.

Am Abend vor dem offiziellen Beginn der Berliner Bootsmesse Boot & Fun findet die sogenannte „Galanacht der Boote“ statt. Die Messehallen werden leicht abgedunkelt, einige Stände sind – so gut es in dieser Umgebung eben geht – etwas festlicher gestaltet.

Die Veranstaltung soll eine Art Party mit Dresscode sein, der jedoch von den meisten Besuchern völlig ignoriert wird. Berliner und Brandenburger pfeifen darauf. An manchen Stellen gibt es kostenlose Getränke, mit etwas Glück auch ein paar Häppchen. Allein dafür lohnt sich die Anfahrt allerdings nicht. Ein Restaurant oder eine Eckkneipe wäre in dieser Hinsicht ergiebiger.

Trotzdem übt dies in Kombination mit Booten und Wassersport einen gewissen Reiz aus, besonders wenn man die eigentlich teuren Eintrittskarten kostenlos erhält. Und davon gibt es reichlich, denn Aussteller und Vereine verteilen sie großzügig.

Ich hatte diesmal einige Karten von meiner Bootsversicherung bekommen, brauchte sie aber nicht, da meine Presseakkreditierung genügte. Also fragte ich im Freundeskreis herum. Drei Interessenten meldeten sich schnell und wir verabredeten uns um 18 Uhr in der Vorhalle, damit ich ihnen die Karten geben konnte.

Eigentlich wollte ich danach allein durch die Hallen gehen, Aussteller ansprechen und Fotos für Berichte machen. Doch die anderen kamen nicht pünktlich. Bis 19 Uhr trudelten sie nacheinander ein – begleitet von den üblichen Smartphone-Meldungen über verpasste S-Bahnen und verstopfte Straßen. Neben dem Haupteingang gab es eine Bar, an der kostenlos Rotkäppchen-Sekt ausgeschenkt wurde. Sie bot die einzige Möglichkeit, die ungeplante Wartezeit ohne Langeweile zu überbrücken.


Kostenloser Ausschank in der Eingangshalle: Rotkäppchen-Sekt


Boot & Fun: Motoryacht und Sloep

In der Vorhalle war es deutlich voller als in den Vorjahren. Die Besucher strömten hinein, während an den Kassen gähnende Leere herrschte. Offenbar hatten viele kostenlose Karten erhalten. Die Rotkäppchen-Bar dagegen war dicht umlagert. Mit jedem verspäteten Freund war eine neue Runde fällig, bevor wir überhaupt die Messehallen betreten konnten. Und niemand dachte daran, mich allein losziehen zu lassen. Der Abend nahm also einen anderen Verlauf als geplant.

In den Hallen standen Boote, Zubehör, Autos und einiges mehr. Manche Besucher interessierten sich tatsächlich für die Boote, andere waren vor allem auf der Suche nach den besten Häppchen und einem ununterbrochenen Getränkefluss. Wer ein gutes Gespür für die richtigen Stände hatte, wurde nicht enttäuscht. Doch schon gegen 21 Uhr war an vielen Ständen das Essen ausgegangen. Am Stand des Magazins „Boote“ waren bis dahin bereits 500 Wiener Würstchen verteilt worden. Astra-Bier gab es dort reichlich.


Gala der Boote in Berlin: Hafenbar


Musiker auf der Gala-Nacht der Boote

Der Delius-Klasing-Verlag, Herausgeber des „Boote“-Magazins, hatte diesmal keine Musiker engagiert. Viele Besucher empfanden das als Traditionsbruch, aber so blieb immerhin Zeit, sich die Bücher anzusehen. Wer nach einigen Getränken ein Buch über das Ankern von Bobby Schenk entdeckte und darüber nachdachte, wie es wohl entstanden war, wurde von der nächsten Flasche Astra aus diesen fruchtlosen Überlegungen gerissen.


Gehobene Küche – allerdings nur für geladene Gäste

In den Vorjahren traten hier Doubles von Udo Lindenberg auf, diesmal jedoch nicht. Dafür entdeckten wir in der benachbarten Halle eines. Wie üblich zog auch eine brasilianische Gruppe aus Musikern und Tänzerinnen durch die Hallen. Sie machte ordentlich Stimmung und die knapp bekleideten Tänzerinnen gaben ihr Bestes.


Brasilianische Tänzerin


Udo-Lindenberg-Double

In einer Halle waren neue Autos ausgestellt. Eigentlich wollten wir nur durchlaufen, doch einige Fahrzeuge wurden erstaunlich günstig angeboten. Neben Teslas stand dort sogar ein Maserati. Dies weckte dann doch unser Interesse. Auch lag die Bewirtung lag hier deutlich über dem Niveau der Bootshallen: Junge Damen eilten mit vollen Tabletts umher und die Getränkeauswahl war exzellent. Wein, Bier, Campari, Smoothies und diverse Kaffeespezialitäten, alles gratis.

Mein Kumpel lümmelte sich mit einem Bier im Maserati und redete über dessen Innenausstattung, um kurz darauf das Gleiche in einem Fiat fortzusetzen. Die Verkäufer schien es nicht zu interessieren, was die Besucher mit den Autos anstellten. Auf der Fläche von Auto König gab es Renault-Modelle zu unglaublich günstigen Preisen und man stand direkt neben der Getränkestation, an der die Serviererinnen ihre Tabletts befüllten.


Guter Service: Getränke ohne Ende

Ein Stofftier fiel mir ins Auge. Ein Frosch, der in jedem Renault von Auto König lag. Ich wollte einen haben und schaffte es zu später Stunde ein Arrangement mit den Verkäufern auszuhandeln. Sie durften keinen abgeben, wollten aber übersehen, wenn einer verschwand. Daraufhin griff mein Kumpel in ein Auto, zog den Frosch heraus, stellte ihn vor mich auf den Tisch und meinte: „Da hast du einen.“


Froschkönig von Auto König

Eigentlich hätte ich mehr über Boote schreiben sollen. Doch an diesem Abend gerieten sie irgendwie aus dem Fokus.

Kommentar von Jonathan, Galaxykayaks – 8. Januar 2018

Wir waren dieses Jahr auch mit dem Team in Berlin und konnten ein paar Kooperationen vereinbaren. Das Essen und die Getränke waren aber auch mein persönliches Highlight :). Beste Grüße aus Köln.